Taunus G73A


Taunus G73A
  • Marke: Ford
  • Baujahr: 1948 - 1952
  • Fahrzeugtyp: Taunus G73A
  • Nickname: Buckeltaunus
  • Hubraum : 1148 ccm
  • PS : 34
  • KW : 25
  • Modell-Code: G73A
  • Variante: Cabriolet
  • Motor: R-4
  • Getriebeart: Lenkradschaltung
  • Lenkung: Links
  • Türen: 2/3

Nach dem Krieg begann Ford in Köln recht schnell wieder mit der Produktion. Zunächst waren es Lastwagen, die ab dem Oktober 1945 das Fabrikgelände in Köln/Niehl verließen.

Ab 1948 liefen auch wieder die ersten PKW vom Band. Gemäß der bisher verwendeten internen Modellbezeichnungen, hieß der “Neue” jetzt “G73” und an der Seite befand sich ein “Taunus”-Schriftzug.

Die Modellbezeichnung schlüsselt sich wie folgt auf:

G = Germany, 7 = letztes Entwicklungsjahr 1947, 3 = 1,2 Liter-Motor

Man startete zunächst mit einer “Standard” Version. Diese unterschied sich zum Vorkriegsmodell nur wenig. Ab 1949 kam der “Spezial” dazu. Dieser hatte immer noch die geteilte Frontscheibe und Winker als Richtungsanzeiger. Ab 1950 konnte der Taunus Spezial dann auch Wunsch mit elektrischen Blinkern vorne und hinten geordert werden. Eine andere Gestaltung der Frontmaske mit mehr Chrom zeigte an, dass sich der Besitzer mehr leisten konnte. “Gestalter” nannte man in Kölner Werk auch die Angestellten, deren Aufgabe es war, sich mit der Gestaltung neuer Teile oder Fahrzeuge auseinander zu setzen. Otto Huckenbeck war der erste “Gestalter”, der, aus dem Krieg zurückgekommen, wieder zu seinem früheren Arbeitgeber nach Köln fand. Bald darauf kamen weitere dazu. Otto Huckenbeck konnte gut zeichnen und hatte Ideen. Zeichnungen mussten aber in dreidimensionale Teile umgesetzt werden. Steinmetze waren in dieser Zeit schon für die Umsetzung von Skizzen in dreidimensionale Skulpturen ausgebildet. So kam der Steinmetz Fritz Wülfing zu Ford. Eine neue Abteilung entstand langsam. Aber das ist eine andere Geschichte. Diese beiden begannen den Taunus Spezial im Detail zu verändern. Heraus kam der 1951 lancierte Taunus de Luxe. Noch mehr Chrom, eine durchgehende gebogene Frontscheibe, ein größeres Heckfenster, in den Chromschmuck der Front integrierte Blinker waren u. a. Kennzeichen dieses Wagens.

Der G73 wurde von Karosseriebauern wie Deutsch und Migö zu Cabriolets umgebaut. Das sind die bekannten Karosseriebauer, die man mit den Cabrioversionen schnell in Verbindung bringt. Aber auch Drauz aus Heilbronn, der Berliner Karosseriebauer Buhne und die Firma Binz aus Lorch – heute für Umbauten zu Behördenfahrzeugen oder Bestattern bekannt – bauten Cabriolets auf Basis des Ford Taunus G73.

Dafür lieferte Ford Köln ein Chassis mit Windlauf aus. Auf dessen Basis entstanden aber auch Kombis und Kastenwagen z. B. von Deutsch, Miesen und Ernst Wilhelm, die Ihren Firmensitz ebenfalls in Köln hatten. Die Firma Clerck aus Wuppertal verlängerte das Ford Taunus Chassis um 50 cm. Auf dieser Basis entstanden wiederum Kastenwagen, Krankenwagen und Bestattungsfahrzeuge. In dieser Zeit gab es sicherlich auch von weiteren Karosseriebauern (wie z. B. Plasswilm) Versionen, die nur in sehr kleiner Stückzahl auf die Straßen kamen. Papler z.B. baute neben mindestens 50 Kübelwagen für die belgische Armee auch Sonderaufbauten auf Basis des Taunus G73. Eine fast unübersichtliche Vielfalt von Varianten entstand so auf diesem Typ des Ford Taunus, der als Limousine 1952 vom neuen Taunus 12M G13AL abgelöst wurde.

Kastenwagen, Kombi und Cabriolet wurden auf Basis des G73 aber bis mindestens 1952 weitergebaut, wie uns eine Ford Preisliste aus 1952 verrät.

(F. Scherrer / 14.01.2017)