17M 20M 26M P7b


17M 20M 26M P7bAm 14.August 1967 stellte Ford den neuen 17M / 20M vor. Es sollte die letzte Modellbezeichnung mit dem seit dem Taunus 12M G13 verwendeten"M" für Meisterstück sein - der Name "Taunus" entfiel. Trotz grösserer Aussenmasse ist das Fahrzeug im Innenraum nicht geräumiger, dafür aber teurer als sein Vorgänger. Gegenüber dem Ford Taunus P5 sank die Fahrleistung und der Verbrauch stieg an. Mit dem Hüftschwung und dem amerikanisierten Kühlergrill wurde die seit dem 17M P3 (Badewanne) propagierte Linie der Vernunft auch optisch verlassen. Schon nach einem Jahr wurden mit dem intern P7b genannten Fahrzeug etliche Modifikationen vorgenommen, die Motorenpalette wurde erweitert, das Fahrwerk verbessert, der Hüftschwung fiel weg und das Gesicht wurde ansprechender. Mit diesen Massnahmen gewann der P7 wieder in der Gunst der Käufer. Die Palette wurde stetig erweitert und schloss 1972 mit dem Spitzenmodell 26M. Karosserie-Varianten: Limousine 2 Türen, 5 Sitze. Limousine 4 Türen, 5 Sitze. Hardtop-Coupé 2 Türen, 5 Sitze. Kombi 3 Türen. Kombi 5 Türen. [KHW] Das Design des P7b entsprach eher dem Geschmack der typischen Ford Käuferschicht, wurden doch nun bewusst wieder etwas rundliche Merkmale verwendet, somit sollte der P7 nun an die Erfolge des P3 und P5 anknüpfen. Ende der siebziger Jahre fristete der P7 auf dem Gebrauchtwagenmarkt eher ein stiefmütterliches Dasein. Allerdings wurde der P7 in den möglichen Varianten 17m, 20m und 26m als Gebrauchtwagen von den damaligen Gastarbeitern dankbar angenommen, um mit ihren Familien mit Hab und Gut zwischen Arbeitsplatz und Heimatland hin und her zu pendeln. Die preisgünstigen geräumigen Limousinen und Kombis mit robuster Technik bewährten sich damals bestens als Dauerläufer zwischen Hamburg Altona und Istanbul. Während Ende der achtziger Jahre für die meisten der 18- bis 20-jährigen Führerscheinanfänger der Golf 1 und Scirocco 1 (möglichst mit reichlich Spoilern bestückt und alles in Wagenfarbe lackiert) das absolute Muss war, gab es eine kleine Minderheit, inklusive meiner Wenigkeit, die sich auf den Ford P7 stürzte. Die einfach gestrickte Technik, basierend auf den P5 (1965) ermöglichte auch nicht besonders fachkundigen Fahrern, selbst Hand anzulegen. Ebenso lud die Baukastenkonstruktion des Ford ein, auch neuere, noch stärkere Motoren bis hin zu dem des Ford Sierras zu verbauen. Die Freunde der Rockabilly Musik, die bis heute die Oldtimer Szene bereichern, erfreuten sich schon Mitte der achtziger Jahre an diesen Autos mit schwülstigem, Ende 60er Charme, um ihren Lebensstil zu unterstreichen. Auch heutzutage bietet sich der P7 immer noch als ideale Plattform an, um selber einige Umbauten vorzunehmen, so das manche Exemplare in individueller Ausführung und Lackierung dem Oldtimerenthusiasten etwas manta-like erscheinen. Aber so mag doch ein jeder Autofreak auf seine Fassung selig werden. Selbst erfreue ich mich an einer 17m Variante (V4), im originalen Zustand, dessen angegebene Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h, einer Zuladung von 450 Kilo und einem Verbrauch von 9 Litern pro 100 Kilometer nach wie vor in meinem Alltagsbetrieb ihren Platz hat. AFF - Olaf Heinrich


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