Ford Taunus 15M (G4B)

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15M G4b vor Geschäft
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Ford Taunus 15M G4B

Der Taunus 15M mit der Werksbezeichnung G4B (G= Germany / 4 = Letztes Entwicklungsjahr 1954 / B = 1,5 Liter Motor) ist der “größere Bruder” des 12M G13. Der neue Typ wird im Januar 1955 von Ford vorgestellt und kann auch gleich bestellt werden. Er bekommt den neuen 1,5 Liter Motor mit 55PS und hat ein Drehmoment von  11,3 mkg, was für damalige Verhältnisse ziemlich gut war und den 15M zum stärksten Fahrzeug in der 1,5 Liter Klasse machte. Erst 1956 wurde er hier von der Isabella TS übertroffen. Die Presse sprach damals von einer “märchenhaften Beschleunigung” des 15M.

12M und 15M  haben ab 1955 grundsätzlich die gleiche Karosserie, die sich nur in einigen Details unterscheidet. Hier fällt zuerst  die Gestaltung der Front ins Auge. Der 12M G13 behält die geteilte Kühleröffnung, der 15M hat eine breite Kühleröffnung, die mit einer integrierten Zierleiste die Horizontale betont und den Wagen breiter wirken lässt als den 12M, der in seiner vertikal geteilten Kühleröffnung ab 1955 vertikale Streben trägt. Die neuen um die Ecke gezogene Blinker sind dem 15M vorbehalten . Die Scheinwerfer haben beim 15M nach vorne gezogene Überhänge, die die Lichtstreuung nach oben verringern sollen. Die Türgriffe und die Dreiecksfenster sind neu gestaltet, was dazu führt, dass die Türen zunächst mit dem 12M nicht austauschbar sind. Das Amaturenbrett wurde überarbeitet und neu gestaltet. Der runde Tacho des 12M ist durch einen modischen Breidbandtacho im 15M  ersetzt worden. Auch die Polster und die  Türverkleidungen wurden neu gestaltet. Am Heck wird ein anderer Kofferdeckelgriff verwendet und die außenliegenden Kofferdeckelscharniere sind anders geformt als beim 12M. Die Rückleuchten wurden ebenfalls neu gestaltet und hatten nun gut sichtbare Brems- und Blinkleuchten.

Der 15M G4B wird wie der 12M G13 als 2-türige Limousine, 2-türiger Kombi bzw. Kastenwagen und als Cabrio vom Karosseriebauer Deutsch angeboten. Zur IAA 1955 wird eine Luxusversion des 15M vorgestellt – Der 15M de Luxe. Er trägt vor allem mehr Chrom. Die Motorisierung bleibt gleich aber die Ausstattung wird weiter verbessert. Den Abschluss bildet eine Pickup Version.

Ihr habt Fragen zu diesem Fahrzeugtyp ? Bitte kontaktiert die aufgeführten Typreferenten:

Ford Taunus 15M G4B Kaufberatung

Die Fahrzeugvarianten:

Der Typ 15M (G4B) wurde in verschiedenen Varianten angeboten:

15M Limousine (Standard)
15M Limousine (de Luxe)
15M Kombi
15M Kastenwagen
15M Cabriolet 2-sitzig
15M Cabriolet 4-sitzig

Am häufigsten trifft man auf die Standardvariante der Limousine. Kombi, Kastenwagen und Cabriolets sind extrem selten. Die de Luxe Variante der Limousine taucht ab und zu auf. Aber generell ist der 15M nicht häufig in den Angebotslisten der Händler zu finden.
Die schlechte Ersatzteillage macht eine Restaurierung schwierig. Mit Kontakten in einem Verein ist manches zu bekommen, aber nicht alle Teile sind auf die Schnelle greifbar. Es gilt Teile zu kaufen, wenn sie angeboten werden, nicht wenn sie gebraucht werden.

Was unterscheidet die de Luxe Limousine von der Standard Version?

Äußeres Erscheinungsbild:

Meistens eine Zweifarbenlackierung die dreifarbig abgesetzt ist. Es gab aber auch einfarbige de Luxe Fahrzeuge.
Die Zierteile der Standardversion wurden auch beim â??de Luxeâ?? verwendet. Zusätzlich erhielt der 15M â??de Luxeâ?? Zierleisten die auf den Kotflügeln zur A-Säule führten. Von dort etwas unterhalb der Türoberkante bis nach hinten zur C-Säule und von dort oben auf der Seitenwand bis zum oberen Ende der Rückleuchte.
Der 15M de Luxe erhielt Stoßstangenhörner und 7 verchromte Zähne auf der Querspange in der Kühlergrillöffnung.

Standardversionen erhielten auf Wunsch eine Zweifarbenlackierung bzw. auch eine wie beim de Luxe dreistufig abgesetzte Zweifarbenlackierung.

Ford Taunus 15M G4B – Karosserie:

Der 15M ist ein typisches Fahrzeug der 50iger Jahre. Rostvorsorge war kein Thema. Dementsprechend sind die bekannten Stellen von der braunen Pest betroffen. Da es so gut wie keine Blechteile und schon gar keine Reparaturbleche gibt, sind fast immer ausgiebige Schweißarbeiten notwendig.
Prüfen Sie die Kotflügel an folgenden Stellen:

1. Oberhalb des Scheinwerfereinsatzes
2. Waagrechte Aufstellfläche zur Frontmaske
3. Kontaktbereich zum Schweller
4. Kontakt der Gummilippe vom inneren Prallblech

Die Schweller im direkten Spritzwasserbereich vorne und hinten und hier auch der Übergang zu den Radläufen sowie alle Hohlräume waren werkseitig nicht besonders vor Rost geschützt.

Die Falze des Kofferraumdeckels sind ebenso gerne vom Rost befallen, der sich dort nicht mehr beseitigen lässt, ohne den Falz komplett zu entfernen. Bei späteren 12M (G13 Seitenstreifen) ist der Falz des Deckels besser und weniger rostanfällig ausgeführt. Die Deckelform muss allerdings etwas nachgebogen werden, was nicht zu vermeiden ist, da alle Kofferdeckel schon bei der Montage im Werk nachgedrückt wurden.

Prüfen Sie, ob auch die richtigen Teile verbaut sind. In den Sechzigern hat man Weltkugelmodelle gerne mal auf die modernere “Seitenstreifenoptik” umgebaut. Falsche Frontmasken sind ein Grund, den Preis zu drücken oder besser noch, die Finger von dem Wagen zu lassen. Ersatz ist so gut wie nicht verfügbar.

Zierteile
Alle Zierteile sind neu nur extrem selten zu bekommen. Dies stellt vor allem beim de Luxe ein Problem dar. Achten sie auf die Vollständigkeit der Teile.
Für fehlende Teile sollten Sie den Preis erheblich drücken. [FS]

Ford Taunus 15M G4B – Ausstattung:

Ist der Stoff der Sitzbänke OK? Das dürfte in den seltensten Fällen stimmen. Die Aufarbeitung ist möglich, aber Originalstoffe sind kaum verfügbar.
Sind die Innenverkleidungen vollständig? Hier sollten speziell die inneren Zierleisten vorhanden sein. Armlehnen und Verkleidung müssen meistens neu aufgepolstert werden. Der Tacho ist defekt? Diese Teile findet man immer wieder auf Teilemärkten. Beachten Sie, dass es VDO und Motometer als Hersteller gibt. Der Tankgeber muss vom jeweilig gleichen Hersteller stammen, sonst stimmt de Anzeige nicht. Aschenbechereinsätze aus den hinteren Seitenverkleidungen sind immer wieder zu finden.
Sie haben eine de Luxe Version vor sich? Prüfen Sie, ob die Mittelarmlehne in der Rückenlehne vorhanden ist. Wenn nein, ist die Rückbank eines Standard- Fahrzeugs eingebaut.
De Luxe Innenausstattung ist nicht identisch mit der Standardausstattung. Jeder Lackkombination Karosse/Dach ist eine bestimmte Innenausstattungsfarbe zugeordnet, das gilt natürlich auch für den Standard.
Informationen dazu erhalten Sie vom Typenreferent.
Die Türfensterrahmen sind identisch mit dem 12M G13 der Baujahre ab 1959. Das betrifft auch die hinteren Seitenscheiben und deren Rahmen. Die G13- Teile und 15M-Teile ab August 1957 waren lackiert und nicht mehr verchromt. Diese Teile zu entlacken und zu verchromen ist günstiger, als alte Chromrahmen aufzuarbeiten, wenn der Rost schon Narben hinterlassen hat.
Für alle Gummiteile, die als Dichtung, Führung oder Auflage dienen, gilt das Gleiche: Äußerst schwierig zu beschaffen, bzw. kein originaler Ersatz verfügbar.
Wenden Sie sich im Falle des Falles an den Typenreferenten. Zeitweise gibt es Nachfertigungen. [FS]

Ford Taunus 15M G4B – Technik:

Der 15M G4B hatte einen Solex-Vergaser Typ PICB 32 (E 14536). Man sollte auf jeden Fall die Drosselklappenwelle in Buchsen lagern lassen. Ist das nicht der Fall, zieht der neue Vergaser nach ca. 15- 20.000km Falschluft und der Leerlauf lässt sich kaum noch sauber einstellen.

Hat der Wagen ein 3-Gang Getriebe, so sollte eine Hinterachse mit einer Übersetzung von 4,11:1 verbaut sein.
Beim 4-Gang-Getriebe ist eine Hinterachsübersetzung von 3,9:1 notwendig. Kombis haben in beiden Fällen eine Übersetzung 4,44:1. Im günstigen Fall kann man die Hinterachsübersetzung an einer Blechfahne ablesen, die an einer Schraube des Differentialdeckels befestigt ist. Ist diese nicht vorhanden, muss man hoffen oder das Gehäuse öffnen und zählen.
Passen die Getriebe und Hinterachsübersetzungen nicht zusammen, zeigt der Tacho eine falsche Geschwindigkeit an. Kombis und Kastenwagen haben zudem andere Reifengrößen (6-40×13) als Limousinen (5-60×13), was auf die höhere zulässige Gesamtbelastung zurückzuführen ist.
Die Motorlager des 15M sind nicht identisch zum P2 oder P3. Hier klafft derzeit eine Versorgungslücke. Die Motorlager des 12M Super sind identisch, aber derzeit auch nicht verfügbar.
Die Lagerung der Hinterachse sollte erneuert werden. Ersatz ist leider auch nicht immer verfügbar â?? Stichwort Gummiteile. Getriebe und Hinterachsen verschleißen langsam und machen wenig Probleme. Teilweise kann man P2- Getriebe bzw. Teile daraus verwenden. Der Ersatzteilkatalog gibt Auskunft. Vergleichen Sie die Teilenummern. [FS]

Ford Taunus 15M G4B – Besonderheiten und Bewertung:

15M-Cabriolets sind selten und kaum verfügbar. Die Technik und die Zierteile sind zum 15M Standard identisch. Die Verstärkungen der Karosse sind natürlich anders ausgeführt.

Ein Faltdach erhöht den Wert einer Limousine merklich. Den Spassfaktor ebenfalls.

Kombis oder Kastenwagen sind noch seltener als Cabriolets.
Spezielle Ersatzteile dafür sind seltener als 5€ Münzen.

Generell gilt, dass gute 15M kaum gehandelt werden und daher auch in der Classic-Data-Bewertung recht niedrig geführt werden. Kein gutes Auto wechselt normalerweise für die notierten Preise den Besitzer. Allerdings gibt es auch kaum eine Nachfrage und Wenige, die mehr bieten als Classic Data notiert.
Die komplette Restaurierung einer 15M Limousine verschlingt gut und gerne mindestens 30.000 Euro und mehr. Natürlich je nach Aufwand und Eigenleistung. Preise als Orientierung für Cabriolets zu nennen ist nicht wirklich möglich.
Es ist klar, dass ein Weltkugeltaunus auf einem Oldtimertreffen seltener zu finden ist, als ein 190 SL oder Ponton Mercedes. Der Sympathieeffekt ist ungleich größer. Gerne hört man die Sprüche “… den hat der Opa auch gefahren….!”
Ein 15M bis Baujahr 1957 hat grundsätzlich auch die Möglichkeit, an der Mille Miglia teilzunehmen.[FS]

Ford Taunus 15M G4B – Innenausstattung:

Beide Versionen hatten vorne und hinten durchgehende Sitzbänke. Die Stoffe allerdings unterschieden sich.
Der Dachhimmel war bei der Standardversion mit grauem Stoff bespannt, beim de Luxe mit einer abwaschbaren Kunststoffbespannung wie sie später in vielen Fahrzeugen der 70iger und 80iger Jahre Verwendung fand.
Die hintere Sitzbank der de Luxe Version hatte eine ausklappbare Mittelarmlehne.
Die Sonnenblende auf der Beifahrerseite des de Luxe wies einen Schminkspiegel für die Beifahrerin auf.
Serienmäßig beim de Luxe war eine Lichthupe die über einen Kontakt in der Lenkradnabenabdeckung (Kölner Wappen) bedient wurde. Die Zweiklangfanfare des de Luxe wird wie die einfache Hupe des Standard über den Hupenring betätigt. Eine Scheibenwaschanlage gehörte für den de Luxe zur Serienausstattung genau wie ein Rückfahrscheinwerfer und ein rechter Außenspiegel.

Technik
Die Technik von Standard und de Luxe ist gleich. Dies betrifft Motor, Getriebe und Federung.

Motor : 1,5 Liter
Leistung: 55PS bei 4250 U/Min
Drehmoment: 11,3 mkg

[FS]

Kaufberatung  Ford Taunus 15M G4B zum Download:

Vor einem Fahrzeugkauf ist es nur gut sich best möglich zu informieren. Unsere Kaufberatung ist hier ein guter Helfer, an der man sich orientieren kann. Noch besser ist es jemanden zur Besichtigung mitzunehmen, der sich auskennt. Das ist aber oft aus Zeitgründen schwierig. Daher haben wir Euch die Kaufberatung hier als PDF zum Download bereitgestellt :

Ford Taunus 15M G4B Kaufberatung